Sage

Als Grundlage für die Figur der Buxheimer Daifel wurde die alte Sage „Die zwei Teufel“ herangezogen.

Zwei Bauern in Buxheim waren einst in der ganzen Gegend verrufen. Sie waren habgierig und streitsüchtig und hatten sich wegen der lächerlichsten Kleinigkeit in den Haaren. Keiner wollte nachgeben, und so lebten sie in bitterer Feindschaft nebeneinander her. Einmal stritten sie um eine Ackerfurche. Jeder behauptete, sie gehöre zu seinem Feld und der Andere hätte bloß den Grenzstein zu seinen Gunsten verschoben. Mit wüsten Flüchen und Schimpfwörtern wünschte jeder dem Anderen mit zornrotem Gesicht und wütend geballter Faust, Tod und Hölle an den Hals. Dann stapfte jeder in einer anderen Richtung davon.

Drei Wochen später starben die Streithammel ganz plötzlich. Der Totengräber konnte nicht das kleinste Anzeichen einer Krankheit entdecken. In der Nacht nach dem Begräbnis sahen einige Bauern auf dem Acker, auf dem sich die Beiden derart verfluchten, zwei Totengerippe die wild fuchtelnd aufeinander zu rannten und sich drohten. Kleine Flammen züngelten um sie herum. Der gerufene Pfarrer nahm sein Gebetbuch und ein kleines Fläschchen Weihwasser und gebot damit den streitenden Gerippen auf dem Acker einzuhalten. Er schlug das Kreuz und fragte sie: „Was treibt ihr hier?“ - Da antworteten die beiden: „Wir sind zwei Teufel. Unser Herr und Meister hat uns aus der Hölle heraufgeschickt. Die Buxheimer sollten uns sehen und noch mehr auf die beiden Streithammel schimpfen, die wir gestern geholt haben. Sie warten drunten auf Gesellschaft. Was wir hier tun ist erst der Anfang. In Buxheim gibt es ja noch manchen, der um eine Handbreit Acker an der Grenze seiner Felder streitet und flucht, wenn er sie nicht bekommt.“ Der Pfarrer sprach ein Gebet und sprengte etwas Weihwasser gegen die Teufel, womit er sie in die Hölle zurücktreiben konnte. Da fingen die beiden an zu heulen und flehten, er möge sie in einen Strohhalm bannen. Sie wollten nicht mehr in die ewigen Flammen hinunter. „ Mit dem Strohhalm“ so sagten sie, „kann uns ja eine Kuh auf der Weide fressen. Wir fahren dann in das Tier und haben für eine Weile unsere Ruhe“. Der Pfarrer lies sich nicht umstimmen. Er tat, als hörte er nichts, und sprach sein Gebet zu Ende. Da fuhren die beiden Totengerippe wie das böse Wetter davon. Noch eine Weile sah man die Flammen aus den Knochen züngeln. Dann waren sie verschwunden.

 

Buxheimer Daifel